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„Die Ethik ist nicht ein Park mit planvoll angelegten und gut erhaltenen Wegen, sondern eine Wildnis, in der jeder sich seinen Pfad suchen und bahnen muss. Fest steht nur die Richtung, in die wir zu gehen haben.“
Albert Schweitzer (Theologe und Arzt, 1875 – 1965)
Albert Schweitzer sieht die Entwicklung einer Gesinnung (abwägende emotionale Haltung) der „Ehrfurcht vor dem Leben „ in jedem einzelnen Menschen als Basis einer funktionierenden Gesellschaft. Ehrfurcht heißt Erkennen eines höheren, unergründlichen Zusammenhangs, Wirkens und seiner eigenen Begrenztheit darin. Leben ist für Schweitzer alles lebendige Umfeld und insbesondere „der Andere“, der unserer Fürsorge bedarf. Es ist die reine Lehre von der Nächstenliebe im urchristlichen Sinne. Staat und Kirche sind unwirksam, wenn nicht die Gesinnung der Einzelnen gegeben ist. Er bezieht sich bei diesem Urteil auf die schrecaklichen Erfahrungen zu seinen Lebenszeiten mit 2 Weltkriegen. Er kritisiert auch den Versuch, Ethik in wissenschaftliche Definitionen zu pressen; alle vernunftbasierenden philosophischen Ansätze können den individuellen emotionalen, bewußtseinbildenden Erkenntnisprozeß nicht ersetzen. Es bleibt aber auch die Frage, ob es nicht Grenzen der individuellen Wahrnehmung gibt, die es für einen Großteil der Menschen unmöglich macht, den „Anderen“ emotional wahrzunehmen (s. Neurowissenschaften). Und Schweitzer stellt fest, dass es zu einer Hinwendung zum Nächsten auch der Freiheit von materieller und geistiger Not bedarf. Die Buddhisten begründen dementsprechend das menschliche Leid in den Grundübel Hass, Wahn, Habgier. Ein ewiger Kampf, dem sich alle Individuen stellen müssen.

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